Congstar vs. NetCologne oder Preisführerschaft?

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Congstar soll die Deutsche Telekom wieder in die Spur bringen und den Kundenschwund beenden. Deswegen hat die Telekom die Marke Congstar geschaffen und damit sollen besonders junge Kunden gewonnen werden. Ob Congstar wirklich extrem günstig ist, wie die Werbung behauptet?

Dafür habe ich meinen Telekommunikationsvertrag mit NetCologne mit den neuen Angeboten der Telekomtochter verglichen. Im nächsten Monat zahlen ich bei NetCologne für ISDN-Anschluss + DSL 2M flat und Telefon-flat genau 35,90 Euro pro Monat. Wenn ich den gleichen Service von Congstar haben möchte, dann muss ich erstmal einen Anschluss der Telekom besitzen. Dies sind nach aktuellen Preisen ca. 17 Euro. Dann käme für DSL-Flat 14,99 Euro und Telefon-Flat 7,99 plus Anschlussgebühren von 49,99 und Modem nochmals 49,99 hinzu. Das soll extrem günstig sein? Allein die monatlichen Kosten betragen rund 40 Euro! Dabei muss beachtet werden, dass die Telefon-Flat nur für Gespräche aus dem Internet ins Festnetz gilt und nicht wie bei NetCologne vom normalen Telefongerät!

Beim Mutterkonzern von Congstar kostet das günstigste Paket Call & Surf Basic als ISDN 38,95 und dies ohne Telefon-Flat. Okay, 240 Freiminuten sind enthalten. Unterm Strich bleibt der Telekomkonzern ungünstig!

Das Dilemma der Telekom, die Preisführerschaft

Selbstverständlich könnte die Telekom die Preisführerschaft auf dem deutschen Markt übernehmen. Dies würde die Telekom auch gerne machen, aber darf sie nicht, da sie ein Ex-Monopolist ist und der deutsche Telekommunikationsmarkt weiter geöffnet bleiben muss. Wenn die Telekom die Preisführerschaft übernehmen würde, würde sie gegen Auflagen des Wirtschaftsministeriums und dem Kartellamt verstoßen, da sie – wenn sie die Preisführerschaft übernehmen würde – ihr noch monopolhafte Marktmacht ausüben würde und könnte. Dies würde gegen deutsches und europäisches Kartellrecht verstoßen. Deswegen wird die Telekom nie günstiger sein, wie ihre Konkurrenten, denn sonst liefe die Telekom in einen Kartellrechtstreit und den würde sie verlieren. Dazu käme die Medienmacht und die Telekom stände im Festnetzbereich vor dem Aus. Am Ende würden wir alle als Steuerzahler die Rechnung zahlen, oder habt ihr einen Beamten schon bei der Arbeitsagentur gesehen, der sich einen Job sucht?

Hackt auf der armen Telekom nicht rum, sie darf nicht günstiger sein, als der Markt!

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Kommentare:

  1. David sagt:

    Ob Congstar es allerdings schafft sich wieder Anteile am Markt zu erobern ist mehr als fraglich, sonderlich attraktiv ist es noch nicht, da sind andere Anbieter noch zu gut. Für wen der Tarif allerdings doch lohnt, kann man bei meinem Artikel vielleicht beobachten, würde mich zumindest freuen, wenn der jemandem helfen könnte.

    Gruß,
    David

  2. Nils sagt:

    Ich hab hier mal die Tarifdetails für Congstar aufgeführt. Attraktiv wird der Tarif nur dann, wenn man die Flatrates bucht und auch ausgiebig nutzt.

  3. Man of the World sagt:

    Wer sparen will, einigt sich am besten mit dem Nachbarn und geht über dessen WLAN hinein. Es kann sehr sinnvoll sein, mit dem Nachbarn eine schriftliche Vereinbarung zu machen. Also auf diese Weise kann man maximal sparen – und das Haftungsrisiko einigermaßen einschränken.

    Also wer wirklich sparen will, der sollte nicht zwischen den verschiedenen Anbietern vergleichen. Sondern der sollte den Anschluss komplett einsparen und mit dem Nachbarn teilen. Also eine gute Nachbarschaft kann richtig Geld sparen.

Trackbacks und Pingbacks:

  1. Pingback von DimidoBlog » Congstar findet zu wenig Kunden

    […] die Telekom nicht günstige Preise anbietet, hatte ich schon einmal, mit dem Argument der Preisführerschaft, erwähnt. Danke an meine Mitmenschen, die mich wegen dieser Meinung für bekloppt (per Mail) […]



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