Herzrasen, Schwitzen und Zittern – Die Spiele der Zukunft fühlen mit

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Was wäre, wenn ein Computerspiel genau wüsste, wie es im Kopf des Spielers aussieht? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Hersteller seit Jahren und jüngst sind einige interessante Neuerungen aufgetaucht. Die Spiele der Zukunft messen wahrscheinlich Hautfeuchtigkeit, Puls und Muskelbewegungen, um dem Spieler ein noch realistischeres Erlebnis zu bieten.

Herzrasen, Schwitzen und Zittern – Die Spiele der Zukunft fühlen mit

So hat sich Sony jetzt ein Verfahren patentieren lassen, bei dem entsprechende Schweiß-, Puls- und Bewegungssensoren in die Controller eingebaut werden. Eine mögliche Applikation ist zum Beispiel, dass sich das Handling der Waffen je nach Nervositätsgrad des Spielers ändert. Dazu könnte die Standhaftigkeit eines Schildes oder eines Schwertes zum Beispiel davon abhängen, wie fest der Spieler tatsächlich auf den Controller drückt.

Auch könnte der Avatar des Spielers realitätsnah schmitzen oder man hört deutlich einen Herzschlag, sobald der Puls nach oben geht. Die Hintergrundgeräusche und die Musik im Spiel könnten der Stimmung des Spielers angeglichen werden. Auch eine automatische Anpassung des Schwierigkeitsgrades wäre denkbar.

Herzrasen, Schwitzen und Zittern – Die Spiele der Zukunft fühlen mit

Nintendo hat mit dem MIA Wii Vitality Sensor eine ähnliche Technik in der Pipeline. Fraglich ist, wann diese Verfahren serienreif sind und bei welchen Spielen sie eine sinnvolle Ergänzung und nicht bloß Selbstzweck sind. Eine ähnliche Problematik gab es schon bei 3D-Filmen. Bei „Avatar“ von Cameron sah das Ganze noch toll aus und machte Sinn, danach kamen viele Nachahmer und mittlerweile ist der 3D-Boom faktisch vorbei.

Im Bereich Sicherheit machen viele Verfahren zur Überwachung der User jedenfalls mehr Sinn. Hier hat sich Sony eine Technologie patentieren lassen, die jederzeit weiß, wer ein bestimmtes Gerät zu einem bestimmten Moment benutzt.

Das System verwendet biometrische Daten der User, also Fingerabdrücke, Gesichtserkennung, Handsensoren, Iris-Scanner, Stimmmusteranalysen und sogar DNA-Analysen. Mit Sensoren an den Controllern könnte Sony so theoretisch jederzeit feststellen, welcher vorher registrierte User ein Gerät zu einem bestimmten Zeitpunkt benutzt.  Auch Microsoft hat sich ein entsprechendes Patent schützen lassen.

Herzrasen, Schwitzen und Zittern – Die Spiele der Zukunft fühlen mit

Neben gezielter Werbung können diese Verfahren zur ständigen Identitätsbestimmung ungeahnte Vorteile im Bereich Sicherheit- auch und vor allem für den User –  bringen. So ist es beispielsweise bei Online-Glücksspielen wie Poker extrem wichtig, dass nur derjenige spielen darf, der auch Geld auf sein Konto eingezahlt hat. In der Vergangenheit hat es erhebliche Sicherheitsprobleme gegeben. Immer wieder hatten sich Hacker in die Accounts von Spielern eingehängt und deren Geld verzockt. Hier könnte die neu entwickelte Technik gute Dienste leisten.

Neben der Erfassung der Spielerdaten wird es in Zukunft auch immer bessere Steuerungsmöglichkeiten und Displays geben. Microsoft entwickelt beispielsweise gerade eine Art Armring, der die elektrischen Impulse der Muskeln nahe dem Ellenbogen misst und so Handbewegungen im Spiel ausführen kann. Natürlich ist auch die Technologie einer Spielebrille in Zukunft ein Thema, Google hatte im April 2012 mit einem Clip über eine intelligente Brille für Aufsehen gesorgt.

Am Ende ist fraglich, was man den Spielern an Realitätsnähe überhaupt zumuten kann. Will ich tatsächlich eine noch dramatischere Musik oder lautere Nebengeräusche, wenn ich ohnehin schon schwitze und einen hohen Puls habe? Und soll mein Avatar tatsächlich schwitzen? Manchmal darf’s auch in Spielen ruhig ein bisschen unrealistisch sein. [SS]

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