Tschüss Unterschichtenfernsehen und auf kein Wiedersehen

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Heute ist bekannt geworden, was die Spatzen schon lange von den Dächern zwitschern. Die Sendergruppen RTL und MTV werden ab 2007 ihr Programm übers digitale Satellitenprogramm Astra Grundverschlüsseln. Damit kommt das generelle Bezahlfernsehen in Deutschland durch die die Hintertüre. Hintergrund ist die neue Technik der „Dolpin“-TV Plattform des Unternehmens Astra’s mit Sitz in Luxenborg und der Werbeeinnahmeverfall der privaten Sendern im deutschsprachigen Raum. Die Sendergruppe Sat 1 und Pro 7 werden aller Wahrscheinlichkeit ebenso diesen Weg gehen. Besonders im Hinblick, dass Astra in 2011 alle analogen Satelliten abschalten will, macht dieser Schritt für die privaten Sendergruppen sinnvoll. Ob dieser Weg den Sendern mehr Geld bringt, muss – meiner Meinung – abgewartet werden, denn beachtet werden muss:

  • Die Sendelizenzen der genannten Sendergruppen müssten geändert werden, siehe Staatsverträge aus den 80tiger Jahren, die das Privatfernsehen in Deutschland zuließen.
  • Ob die Werbekunden noch hohe Verträge mit den Sendegruppen abschließen, muss bezweifelt werden, da nur noch bestimmte Gruppen sich das private Fernsehen leisten möchten und wollen.
  • Einschaltquoten würden leiden.
  • Beachtung und Akzeptanz der Sender würde schwinden, siehe die Geschichte von Primere.

Die Verschlüsselung des Satellitenempfangs könnte aber nur der Anfang sein, bei RTL denkt man grundsätzlich auch über die Grundverschlüsselung von DVB-T nach. Es gebe keinen Grund Unterschiede zwischen den Übertragungswegen zu machen, so RTL.

Für diesen Fall drohen die Landesemedienanstalten und auch das Bundeskartellamt (Kölner Stadt Anzeiger) mit einem Zwang zum kostenlosen Fernsehen: „Wenn auch noch auf dem digitalen terrestrischen Weg eine Mautstelle errichtet werden soll, dann drängt sich die Überlegung auf, für bestimmte reichweitenstarke Programme eine Must-free-Offer-Regelung einzuführen“, so der stellvertretende Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten Dr. Victor Henle auf golem.de. Anderenfalls werde den EU-Überlegungen zu einer Frequenzversteigerung Vorschub geleistet, weil sonst die Vorrangstellung des Rundfunks bei der Frequenzvergabe nicht mehr gerechtfertigt sei.

Als Abschluss müssen die Sender beachten, nicht nur ich könnte auf die privaten Sender – darunter sicher Sender, die ich bis heute nicht beachte – verzichten, sondern viele weitere Menschen auch. Ob die Politik das mitmacht, kommt wiedereinmal auf die Lobbyisten in der Bundesregierung und Verbänden an. Meine bevorzugten Sender wie ARD, ZDF, die Dritten, 3sat, Phonix und Arte sind frei empfangbar. Wobei ich jeden Monat GEZ-Gebühren zahle.

Ach ja, die Verschlüsslung hat auch Vorteile! Keine Werbesendungen und Sex-Werbung mehr im Fernsehen. Freut das nicht den Jugendschutz?

Hintergrund: heise.de und golem.de

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