WDR Fernsehen beachtet kein Copyright und Verletzt die Creative Commons

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Presse und Journalisten kennen kein Copyright, im Gegensatz zu Studenten, Wissenschaftler und Hobby-Autoren im Internet. Auch die bekannte Creative Commons kennt der WDR nicht, worunter meine Internetseiten und Openstreetmaps stehen. In die Reihe der Copyright-Missachter, neben zwei Computer-Magazine, reiht sich nun auch das WDR Fernsehen ein.

Zum wiederholten Male zeigte der WDR im Rahmen der Berichterstattung in der Lokalzeit Bonn, eine Karte von einer geplanten Umgehungstrasse, die ich auf Grundlage von OpenStreetMap und einigen selbst recherchierten Informationen aus der Troisdorfer Verwaltung erstellt habe, im Fernsehen.

WDR Fernsehen beachtet kein Copyright und Verletzt die Creative Commons

In der Mediathek vom WDR kann man die Sendung vom Freitag nochmals ansehen. Dabei ist die Karte genau zu erkennen.

Intelligent  ist der WDR bei der Annahme, dass ich als Autor der Karte wahrscheinlich kein WDR schaue, und überhaupt nicht die Lokalzeit Bonn, weil diese Sendung gerne von alten Rentner gesehen wird. Glücklicherweise schaute ich am letzten Freitag doch die Lokalzeit Bonn, und staunte nicht schlecht, als meine Karte im Kamerabild gezeigt wurde – genauso, dass der komplette Copyright-Vermerkt, nicht nur meiner, fehlt, bzw. das Kamerabild nicht zeigt.

WDR Fernsehen beachtet kein Copyright und Verletzt die Creative Commons

Diese Karte erstand auf Grundlage von OpenStreetMap und selbst recherchierten Informationen aus der Troisdorfer Verwaltung. Diese hat der WDR im Fernsehen verwendet, ohne sich an die Creative Commons zu halten.

Die Karte ist die einzige, die es zur geplanten Straße öffentlich gibt. Diese Tatsache hat mir einen Eintrag bei Wikipedia gebracht, was mich selbstverständlich freut.

Der WDR bzw. die Redaktion von der Lokalzeit Bonn hat leider die Creative Commons-Lizenz, worunter OpenStreetMaps und meine Internetseite Dimido.de steht, völlig missachtet. Darin ist die kommerzielle Nutzung untersagt, sowie nur Weitergabe unter gleichen Bedingungen und Namensnennung bzw. Quellenangabe. Der Hinweis zur Creative Commons ist auf jeder einzelnen Seite von Dimido.de zu finden. Der WDR hätte mich auch fragen können!

Jeder der eine Hausarbeit an einer Hochschule geschrieben habt, weiß wie genau Quellenangaben berücksichtigt werden müssen. Bei studierten Journalisten sollte man auch davon ausgehen können, oder? Die Pressefreiheit berücksichtigt keinen Diebstahl, wenn ich mich nicht verlesen habe, oder?

Egal, wie man es nimmt, ich sehe es als Diebstahl an, denn auch Abwandlungen von Musik oder Dokumente sind Diebstahl, wenn man die aktuelle Rechtsprechung verfolgt. Man könnte jetzt noch die berühmte Marion mit ihrem Kochbuch zitieren, aber das wäre selbstverständlich etwas übertrieben! Oder doch nicht…, und ein arbeitsloser Jurist freut sich über etwas Geld? Naja, die Musikindustrie ist bei Kopien erbarmungslos!

Ich werde die Redaktion vom WDR einmal belästigen, die auch ein Copyright besitzt, und gerne erfahren wollen, wie der WDR zum Content-Klau auf fremden Internetseiten steht!

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Kommentare:

  1. Stephan sagt:

    Da bin ich aber echt mal gespannt, wie sich der WDR verhalten wird. Wahrscheinlich wirst du erstmal mit einem Haufen Juristendeutsch zugetextet. Hoffentlich geht alles klar.

  2. Thomas sagt:

    Eine verzwickte Sache bei der Du natürlich vollkommen Recht hast. Der WDR, ein „Verein“ mit eigener Rechtsabteilung und weiß der Geier was, überschreitet hier Grenzen. Ich bin mir aber fast genauso sicher wie Stephan, dass hier alles abgewiegelt werden wird. Ganz bestimmt anders als würdest um im umgekehrten Fall Bildmaterial vom WDR klauen und hier einbinden.

    Die kleinen werden eben gefressen, die Großen lässt man laufen. Wird interessant hier am Thema dran zu bleiben.

  3. Benni sagt:

    Interessant. Da warte ich gerne auf weitere Artikel zu diesem Thema!

  4. Rai sagt:

    Die Antwort wird lauten: „Wir haben unsere eigenen Quellen. Als Journalisten müssen wir diese nicht offen legen.“
    Dann bekommst du noch ein Hinweis auf rechtliche Konsequenzen, wenn Du diesen „Urheberrechtsverstoß“ weiterhin behaupten solltest.
    Ich könnte dir genauso ein Beispiel aus meinem Fachblog nennen, bei welchem eine Online Tageszeitung sich bediente. Bei dem besagten Artikel hatte ich aber das Exklusiv-Wissen, weil es eine Interna war, die ich bekommen hatte.
    Und deswegen weiß ich wie die Antwort lauten wird.

  5. Martin sagt:

    @Rai: Der WDR wird die Sachlage einfach übergehen, und meine Anfrage und Bitte der Klärung als Lächerlich bezeichnen – ist ja gerade so, dass Journalisten sich gerne über Hobby-Schreiber lustige machen 😉

  6. Stephan sagt:

    Vielleicht müsste man mal die Vorfälle sammeln und einem „Konkurrenten“ an die Hand geben?

  7. Benni sagt:

    Und? Hat sich noch etwas Neues ergeben?

  8. Martin sagt:

    Nein Benni, der WDR hat sich nicht zu meiner Anfrage zum Standpunkt Copyright allgemein geäußert!

    Falls ich mal Politiker oder Unternehmenssprecher werde, dann werde ich mich auch so verhalten, wie der WDR und keine Reaktion zeigen, gegenüber den Journalisten 😀

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