Fellowweb ist eine Unternehmung oder doch eine soziale Einrichtung?

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Ist es nicht schön, dass Internet – eine schöne heile Welt. Wir alle sind eine soziale Gemeinschaft und teilen untereinander alles – schön, sozial und gerecht!?!

Kommen wir auf den Boden der Tatsachen zurück! Das Internet ist keine soziale Einrichtung, sondern schlussendlich geht es um Geld und Gewinn. Auch Blogger sehen in ihren Blogs Gewinnmöglichkeiten, oder warum greifen einige Blogger zu Google Adwords? Diesen Blogs schreibe ich die Liebhaberei ab, denn einer Refinanzierung durch Qualität und Adsense-Einnahmen ist das nicht! Damit ist das soziale Bloggen und Diskutieren eine Unternehmung mit dem Ziel von Gewinn und nicht der Kostendeckung von Server & Co! Muss ich weiter ausführen? Sicher nicht 😉

Nun zu Fellowweb. Ein weiteres soziales Netzwerk (Social Network) im Internet, was eine soziale Gemeinschaft untereinander vorgaukeln will. Da fällt mir immer FON ein, aber egal. Ist Fellowweb sozial? Ist es sogar eine soziale Einrichtung? Wo ist das kleine „g“ vor dem GmbH? Folglich ist es eine Kapitalgesellschaft, hier also eine GmbH nach deutschem Recht. Über den Inhalt und Nutzen von Fellowweb bauche ich nicht zu diskutieren, das haben andere schon gemacht.

Fellowweb hatte die Freundlichkeit, mich über sich per Post und Mail zu informieren, dass es sie gibt und als ein neues und wahres Social Network vorgestellt, was an Schulen und Universitäten sehr bekannt ist. Ich habe nie von euch vorher gehört. Ich habe Xing!

Jetzt bekam ich wiederum eine Mail, dass Xing Fellowweb ausgesperrt hat. Es gab die Möglichkeit seine Daten bzw. Profil von Xing nach Fellowweb zu transportieren. Umgekehrt geht es nicht. Gleichzeitig heult Fellowweb in seiner Mail, es sei doch unverständlich, dass Xing das macht. Was ist daran falsch? Hat Xing von Fellowweb was zu befürchten? Nein, sicher nicht, denn ein Krümel gibt noch keinen Kuchen. Liebe Geschäftsführer von Fellowweb, hab ihr mal deren und eure AGB’s (Allgemeine Geschäftsbedingungen) gelesen? Nach eurem Verständnis sind die Daten Besitztum der User bzw. Kunden. Sind die Daten wirklich, der Eigentum der User oder habe ich in beiden AGB’s was überlesen? Die Daten, die ich euch und anderen gebe, sind zwar meine persönliche Daten, aber auch eure Daten bis auf Widerruf. Fakt ist und bleibt, die ganze Datenbank mit unseren Daten ist euer Eigentum und Kapital. Dies gilt auch für Xing und sonstige Plattformen im Internet, egal ob Social Network oder Online-Shop. Jeder der eine Datenbank gewerblich anlegt, muss für den Datenschutz sorgen. Besonders die amerikanischen Gerichte, sehen dies sehr genau und es könnte denjenigen sehr teuer kommen, der den Datenschutz nicht beachtet. Deswegen ist es mehr als richtig, dass Xing ihre Datenbank vor Dritten schützt und die Daten nicht weitergeben will, was das Unternehmen Xing nicht verantworten kann.

Schlussendlich könnt ihr als Fellowweb zugeben, dass euch das Social Network eigentlich egal ist. Euch geht es um Gewinn und Geld, sonst hättet ihr euch die Arbeit – vor allem das Risiko, nicht auf euch genommen und Fellowweg bis heute aufgebaut. Nur bezweifel ich, ob es nochmals so hohe Millionenbeträge wie für StudiVZ gibt, wenn ihr euch von eure gewinnbringenden Unternehmung verabschiedet und verkauft. Also – heult nicht, ihr seid Unternehmer, wie die von Xing!

P.S.: Ich gebe zu, ich bin gerne der Elefant im Porzellanladen, manchmal. Es hat sowas befreiendes 😉

Update 22:25h: Wie ich übersehen habe, gab es einige Kommentare und Beiträge in der Blogoshäre. Darunter der von Martin (Hallo Martin *g*) von zweinull.cc mit dem Titel „Karriere-Netzwerk Fellowweb und sein Anspruchsdenken“, was meine Meinung auf anderer Art gut wiedergibt.

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Kommentare:

  1. Jasko (Fellowweb) sagt:

    „Elefant im Porzellanladen“? Nein, Du doch nicht … Spaß bei Seite, besten Dank für Deinen Artikel. Du sagst eigentlich das, was viele andere denken. Wie man es zum Ausdruck bringt, ist zunächst einmal irrelevant.

    Bei Fellowweb, Xing und Datenimport bzw. –export geht es aber um viel mehr als darum Internetplattformen als Wirtschaftsunternehmen zu „enttarnen“. Es geht vielmehr um die Öffnung von Netzwerken. (Das Thema habe ich mit Martinkurz angerissen)
    Wir sind froh darüber, dass sich Nutzer mittlerweile nicht mehr mit der Erklärung abspeisen lassen, dass all die Einschränkungen und Verbote ihrem eignen Schutz dienen. Das ist Unsinn und hemmt einfach den Fortschritt im Internet.

    Dein Vorschlag einen Datenexport anzubieten finde ich berechtigt und richtig. Wir haben bereits eine Funktion -parallel zum Datenimport- entwickelt und sind sehr gerne bereit diese Xing anzubieten. Wir sind der festen Überzeugung, dass es falsch ist die Nutzer in ihrer Datenfreiheit einzuschränken, weil die Daten nicht den Netzwerkbetreibern sondern dem Nutzer selbst gehören. Unsere Aufgabe als Netzwerkprovider ist, den Nutzern bestmöglichen Datentransfer (damit meine ich auch Personendaten) zu gewährleisten. Die etablierten Netzwerke wehren sich noch strikt dagegen aber auf lange Sicht ist eine Öffnung die einzige logische Alternative.

    Am Rande: Wir sind kein Wettbewerber von Xing, da wir einen ganz anderen Mehrwert anbieten. Xing macht sich sicherlich viel mehr Sorgen um Facebook, MySpace aber auch „AlumniVZ“, die alle demnächst auf den Markt kommen und gleiche Zielgruppe (in etwa zu mindest) mit gleichen Features ansprechen.

    Fazit: Es ist an der Zeit umzudenken und neue Wege zu gehen. Weg von Direktiven hin zu Flexibilität und Dynamik. Alles andere ist Nutzerfeindlich…sorry für den Brief…zu lang geworden…  Beste Grüße aus Vallendar, Jasko

  2. Kai Nehm sagt:

    Dass sich Nutzer ein Import-/Exportfeature wünschen ist ein offenes Geheimnis.

    Nach derzeitiger Lage gelten aber nach wie vor die AGB, hier aus denen von xing:

    2.4 Bei der Anmeldung wählt der Nutzer ein Passwort. Er ist verpflichtet, sein Passwort geheim zu halten. XING wird das Passwort nicht an Dritte weitergeben und den Nutzer zu keinem Zeitpunkt nach dem Passwort fragen.

    1.3 Jegliche Nutzung der auf den XING-Websites angebotenen Dienste und Inhalte mit Ausnahme der von XING bereitgestellten Möglichkeiten bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung durch XING.

    4.2 Folgende Handlungen sind dem Nutzer untersagt:

    Verwendung von Mechanismen, Software oder Scripts in Verbindung mit der Nutzung der XING-Websites.

    Das gilt auch für Unternehmen, deren Selbstverständnis von tiefster Gemeinnützigkeit geprägt ist.

  3. Jasko (Fellowweb) sagt:

    Hi Kai,

    ich denke, dass keiner Deinen Argumenten widersprechen kann oder möchte. Deise Argumente, untermauert mit AGB § zeigen aber genau das, was wir meinen. Netzwerke müssen umswitchen und anfangen im Sinne ihrer Nutzer zu denken.

    Was bringt es un allen, wenn wir mit wildesten AGB versuchen unsere Nutzer in unserem Netzwerk einzusperren? Die Vergangenheit zeigt, dass man Menschen nicht einsperren kann und Netzwerke müssen einfach ihre Nutzer mit ihrem Mehrwert und nicht mit ihren AGB von der Sache überzeugen. Alles andere schadet den Nutzern und somit dem Gemeinwohl.

  4. Kai Nehm sagt:

    Hi Jasko,

    ich denke doch, dass bestehende Bestimmungen einen gewissen Bindungscharakter aufweisen.

    Unabhängig von jeglichen AGB verstößt die Aufforderung zur Eingabe der fremden Logins gegen alle Grundsätze des Datenschutz.
    Durch solche Aktionen schafft man kein Umdenken sondern nur höhere Hürden.

    Zumal fellowweb auch keine offene API anbietet und sich mit der „ausgegruschelt“-Aktion äußerst offensiv gegenüber StudiVZ positioniert.

    Ein ausführlicher Eindruck (vor der Xing-Aktion) findet sich übrigens in meinem Blog.

  5. Heinrich sagt:

    Euer auftreten im Web und in Blogs, plus eure Kommentare, sind ein Auftreten eines Unternehmens. Dein erster Kommentar her, bestätigt meine Ansicht – anderes hab ich nicht erwartet.

    Entweder habt ihr keine Ahnung von Recht und Datenschutz oder geht einfach darüber weg. Hoffentlich verbrennt ihr euch nicht. Ab nächstes Jahr, könntet ihr für solche Methoden einige rechtlich Schwierigkeiten bekommen. Es könnte als „Ausspionieren von fremden Geschäfts-Daten und -Eigentum“ zu definieren sein. In einer ähnlichen rechtlichen Betrachtung ist dies in den USA schon jetzt Gesetz. Ich hoffe und wünsche es euch, dass der Kuchen nicht gegen den Krümel vor geht. Es gibt interessante Beispiele dafür, wo nur der Verdacht ausreichtet.

    Abgesehen davon. Sicher wäre es vorteilhaft, wenn man seine Daten von einem Portal zum anderen mitnehmen könnte, sonder wie ihr es vorgemacht habt. Leider war die Umsetzung schlecht von euch geplant.

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