Kolumne: Kerner vs. Herman

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Für die nächste Sendung Neues aus der Anstalt mache ich mir keine Sorgen. Urban Priol kann die Anstall von vorne bist hinten kritisieren, dass sie einen Moderatoren beschäftigen, der von nix Ahnung hat, außer: “Danke für das Gespräch”.

Kerner ist weder Journalist, noch ein Moderator, sondern ein knallharter Geschäftsmann, der eines scheinbar aus seinem abgebrochenem Studium der Betriebswirtschaftslehre gelernt hat: Wie schaffe ich es, die meiste Aufmerksamkeit für meine Person zu bekommen, egal was es kostet.

Egal was im Vorfeld rund um Herman geschehen ist, die Sendung war eine einzige Katastrophe für die deutsche Fernsehlandschaft. Nicht, dass ein weiterer Skandal für Aufregung in den Medien sorgt, sondern dass viele Zuschauer sehen konnten, wie ein angeblicher Journalist und Moderator seine Kinderstube verliert und nicht merk, dass er aufzuhören hat, wenn er nicht die gewünschte Antwort von seinem Gegenüber bekommt.

Er und seine Redaktion sollte sich beim nächsten Mal vorher juristisch beraten lassen, bevor sie einen Gast einladen, der vielleicht kritisch werden könnte. Eins fällt bei Kerner auf, die juristischen Grundvorlesungen seines abgebrochenen Studiums, hat er nicht gelesen oder gehört, sonst wäre ihm sicher bewusst gewesen, dass Herman nie auf seine Fragen, wegen ihrem Kommentar auf der Buchpressekonferenz, geantwortet hätte. Herman lässt die fristlose Kündigung ihrer Person durch den NDR juristisch prüfen. Dadurch hätte sie nie auf Kerners Fragen geantwortet, da ein schwebendes Verfahren gegen den NDR im Raum steht und die Kündigungsbegründung die Buchpressekonferenz ist, wo sich Herman gegebenfalls unsauber geäußert hat.

Kerner hat – nach eigener Aussage – Herman einige Brücken gebaut, dass sie doch Stellung beziehen könne zu ihren umstrittenen Äußerungen, aber die einzige logische Brücke gab Herman dem Moderator Kerner: Sie erwähnte ihr schwebendes Verfahren gegen den NDR. Diese Brücke hätte Kerner nehmen müssen, um einen weiteren Skandal in der Fernsehlandschaft zu verhindern. Diese nahm er nicht und schloss Herman aus der Sendung aus. Dieser Skandal liegt noch bei Herman, aber langfristig kann dieser Skandal negativ auf Kerner und das ZDF zurückschlagen. Dann, wenn Herman gegen den NDR vor dem Arbeitsgericht gewinnt.

Zum Abschluss bleiben mir nur Harald Schmidts Worte übrig: “Ich verstehe nicht, dass der Intendant des ZDF nicht an sich runterkotzt, wenn er das sieht.”



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