Microsofts-Welt: Die Erde ist doch eine Scheibe…

22.07.2008Computer / Hardware, Meinungen, Wirtschaft

Eine andere Überschrift zu diesem Artikel wäre gewesen: “Mea Culpa, ich bin zu blöd für Windows Vista vs. Wäre doch die Erde eine Scheibe, dann könnte ich Vista von der Erde schupsen!”

Dieser Beitrag handelt von einer neuen Werbekampagne, die Microsoft in den USA gestartet hat, um das Image von Windows Vista aufzupolieren. Man kann die Kampagne auch doppeldeutig ansehen und darin besteht die Gefahr.

Gehen wir auf Anfang zurück: Dieser Tage machte ich einen Besuch bei einer guten Bekannten. Nebenbei fragte sie mich, ob ihr mal am Computer kurz helfen könnte, denn sie bekäme ihren Laser-Drucker nicht ans laufen. Also setzte ich mich an ihren Computer und startet diesen. Gleichzeitig sah ich mir den Drucker an und siehe da, so alt ist er nicht. Erst jetzt bemerkte ich, dass meine Bekannte einen neuen Computer besaß, mit aller moderner Technik, die uns der Computermarkt i.M. zu bieten hat. Dummerweise auch Microsofts Glanzleistung “Windows Vista” ohne Service Pack 1. Ich atmete durch und tat so, als hätte ich innerliche keinen Schreianfall, denn die bevorstehenden Probleme wurden mir bewusst. Neben dem Laser-Drucker, hat sie auch einen relativ neuen Scanner. Zu Zeiten des Wechsels von Windows NT zu XP, war Hardware die paar Jahre auf den Buckel hatte – kein Problem, aber mit Windows Vista sieht die Welt anders aus. Am Ende des Zeitaufwands waren wir Beide so schlau, wie vor zwei Stunden – ohne SP1 und Internetsuche nach neusten Treibern für drei Jahre alte Hardware.

Nun kam die Frage meiner Bekannten, was sie den jetzt machen soll? Meine standardmäßige Antwort: “Kaufe dir neuen Drucker und Scanner oder wechsel zurück zu XP” Was sie nun gemacht hat, weiß ich nicht!?! Ich erklärte ihr auch, die Möglichkeit des Downgraden von Vista zu XP. Jetzt brach bei ihr die Diskussion aus, warum man was kaufen muss, was nicht nutzbar ist usw. und sofort…

Nun musste ich meiner Bekannten Nachhilfe in Sachen Microsoft und dessen Welt geben: Microsofts-Welt ist Vergleichbar mit der Welt der christlichen Kirche im Mittelalter, denn die Erde ist eine flache Scheibe und die Gestirne (Sonne, Mond und Co) kreisen um ihr herum. Wenn du nicht aufpasst, dann segelst du zuweit und fällst tief runter ins nichts und keiner kann dich retten, außer Microsoft mit ihrem Fenster!

Heute musste ich schmunzeln, als ich einen Artikel auf Ed Bott Blog über Microsofts neuen Werbekampagne lass. Beste an der Kampagne ist die Werbeanzeige, die man auf der amerikanischen Webseite von Microsoft anscheinend finden kann:

Bildnis von Microsoft-Werbung - Die Welt ist eine Scheibe

(Anmerkung: Die genaue Übersetzung ist nicht, die Erde war eine Scheibe)

Im übertragenen Sinne: Früher, jeder dachte, die Erde sei eine flache Scheibe und keiner wusste, dass die Erde eine Kugel ist. Die Geschichte mit der katholischen bzw. christlichen Kirche und der flachen Erde (Erdscheibe) muss ich sicher nicht wiedergeben.

Der Vergleich: Christliche Kirche und Microsoft

Die christliche Kirche beharrte Jahrhunderte auf der Überzeugung, dass die Erde eine flache Scheibe ist und nannte jeden, der das Gegenteil behauptete einen Ketzer. Das schlimme daran war, dass die Kirche eine riesige Macht gegenüber Menschen und Andersdenkenden hatte. So ist es auch mit Microsoft und dessen Marktmacht. Ein anderes Betriebssystem, außer Windows, gibt es nicht auf der Erde, und alle User sind nur Windows-User und davon abhängig, weil nur Windows das wahre Betriebssystem ist (Sinngemäß: Nur der christliche Gott, ist der wahre Gott).

Zusammengefasst: Über 90 Prozent der Computernutzer, also User, auf der Erde sind den Betriebssystemen von Microsoft ausgeliefert. Wenn also Microsoft behauptet, dass die Erde eine Scheibe ist, dann müssen über 90 Prozent der Computernutzer auch glauben, dass die Erde eine Scheibe ist.

Wenn ich auf Seiten von Microsoft stünde, dann wäre ich vorsichtiger mit Werbekampagnen in dieser Art, wie abgebildet, oder es ist die einfache die Arroganz von Kleinweich.

Na ja, die Ratten verlassen das sinkende Schiff, oder warum hat sich Bill Gates aus seinem Unternehmen zurückgezogen?

Anderseits ist es schade, dass die Erde doch keine Scheibe ist! Dann hätte man den gesamten Laden Microsoft auf ein Schiff verbannen können und sie bis ans Ende der Welt segeln lassen – in der Hoffnung, dass sie von der Scheibe segeln und ins tiefe nichts fallen.

Bleibt mir noch zu sagen: Und ein anderes Betriebssystem gibt es doch!

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Nochmal zur neuen Werbekampagne: Microsoft investiert über 300. Mio. US-Dollar, um das Image von Windows Vista zu verbessern. Anscheinen soll es eine Antwort auf eine Anti-Vista-Kampagne von Apple sein. In der amerikanischen Blogosphäre wird die neue Kampagne von Microsoft ganz schön diskutiert.

Mit dem Slogan (siehe oben) soll angedeutet werden, dass nicht alle Behauptungen über Vista der Wahrheit entsprechen. Meine Erfahrungen mit Vista sind eher ernüchternd, um es professionell auszudrücken. Nicht nur mein erwähntes Beispiel, wegen der Unterstützung von Hardware bemängel ich, nein – Vista kommt mit soviel “Schnick Schnack” was der normale User nicht nutzt. Besonders stört mich der Ressourcen-Hunger des Betriebssystems und die daraus resultieren Anforderungen, um vielleicht Briefe, Emails zu schreiben und Internet-Nutzung, was 80 Prozent der User entspricht.

Nochmals, ich finde die Werbekampagne sehr gewagt, da diese ein hoches Risiko besitzt, nach hinten los zu gehen, denn sie könnte die Schwächen von Windows Vista bestärken.



Techcrunch 30 Millionen wert?

18.07.2008Internet, Wirtschaft

Fusionen und Übernahmen machen auch nicht vor Blogs halt. Es gibt Verlautbarungen, dass Michael Arrington sein Tech-Blog Techcrunch verkaufen will. Anscheinend soll Time Warner AOL bereit sein für Techcrunch bis zu 30 Mio. US-Dollar zu zahlen, um das bekannte Blog unter ihre Leitung zu bekommen.

Wo der eine Käufer ist, ist der Zweite nicht weit entfernt: Auch Fox Interactive soll bereits seine Fühler nach Techcrunch ausgestreckt haben.

Für mich wäre jetzt ein dritter Bieter noch interessant, um eine richtige Bieterschlacht nach amerikanischen Vorbild zu verfolgen. Die Gewinner steht jetzt schon fest, Micheal Arrington und die amerikanische Bloggerszene. Wo hier zu Lande die Bloggerszene noch in den Kinderschuhen steckt und von Journalisten eher belächelt, anstatt ernst genommen, wird, ist die amerikanische Bloggerszene meilenweit weiter als wir in Europa.



Fujitsu-Siemens bald ohne Siemens?

12.07.2008Wirtschaft

Zitat: “Der Technologiekonzern Siemens verhandelt offenbar mit seinem japanischen Partner Fujitsu über die Zukunft der gemeinsamen Tochter Fujitsu Siemens Computers. Siemens werde den Vertrag mit Fujitsu vorsorglich bis zum Herbst kündigen. Die Zukunft des Joint-Ventures scheint offen,” so berichtet das Manager-Magazin.

Das nächste Sahnestück von Siemens wird verramscht, anstatt es selber weiterzuentwickeln oder zu sanieren. Seit Siemens seine Mobilfunksparte “verramscht” hat, bin ich sehr skeptisch, was die strategischen Unternehmensentscheidungen aus dem Hause Siemens betrifft.

Bleibt noch zu sagen:

“Darf es was Vernünftiges sein, oder kann es auch von Siemens sein” 😉



Asus verkauft weniger Eee PCs als geplant

11.07.2008Computer / Hardware, Wirtschaft

Netbook Asus eeePC - BildDie ganze Welt spricht von Netbooks, diese kleinen Notebooks, auch Subnotebook genannt – die voll im Trend sind. Den Trend hat Asustek, eher bekannt unter Asus, mit seiner EeePC-Reihe erst angestoßen. Zwar sind diese kleinen Netbooks in Japan nichts neues, aber in Amerika und Europa sind diese Geräte das Hardware-Thema des ersten Halbjahres 2008.

Jetzt erfahren wir, dass Asus unter seinen geplanten Verkäufen seiner EeePC’s liegt und ist scheinbar darüber enttäuscht. Mich wundert es schon, wenn man was Verkaufen will und zeitweise nicht liefern kann, und sich dann wundet, wenn die Umsätze nicht so sind, wie sie sein sollten. Als Anhänger von Asus muss ich zugeben, dass mich die EeePC-Reihe eher enttäuscht hat und, wenn ich mir ein Netbook zulegen würde, eher zu HP und MSI (bzw. Medion) greifen würde.

Marktbeobachter machen die Lieferschwierigkeiten von Intels Atom-Prozessoren für die “schlechten” Verkaufszahlen verantwortlich. Bis Ende 2008 will Asus dennoch 5 Millionen Netbooks. Zum Glück gibt es noch das Weihnachtsgeschäft 😉

Bezug: Digitimes, Heise



Online-Marktplatz für Lebensversicherungen

06.07.2008Wirtschaft

Das es einen Markt für Lebensversicherungen gibt, die als Ware gehandelt werden, ist nicht gerade neu. Durch die Entwicklung des Internets war es nur eine Frage der Zeit, wann es die ersten Online-Handels-Portale im Netz gibt. Eines dieser neuen Online-Portale zum Handeln von Lebensversicherungen ist LifeJack.

Nach Anmeldung, Freischaltung und Legitimation kann man seine eigenen Lebensversicherungen anbieten oder für angebotene Versicherungen bieten, wie man es von eBay in der Art kennt. Das Handling und die Verwaltung ist relativ einfach und übersichtlich. Zu den Geboten und angebotenen Versicherungen kann ich nicht viel aussagen, da mir der Bezugspunkt mit einen Vergleich anderen Portalen fehlt. Liegt an der Tatsache, dass der Online-Markt für Lebensversicherung recht jung ist und sich noch durchsetzen muss.

Gründe sind wahrscheinlich, dass nur ein geringer Teil aller Lebensversicherungen überhaupt handelbar sind. Viele Versicherer – so meine Erfahrung – untersagen in ihren Policen den Verkauf und den Handel. Nur der Rückkauf bzw. Storno der Policen ist i.d. R. machbar. Leider hat eine Kündigung bzw. der Rückverkauf für den Versicherungsnehmer (also Kunden) immer den großen Nachteil, dass er viel Geld dafür zahlen muss. Deswegen sind Policen, die das Verkaufen der Lebensversicherung an sich (also den Vertrag mit allen Einzahlungen und Leitungen) für den Versicherungsnehmer vorteilhaft. Besonders in der Betrachtung, dass mal als junger Mensch schneller seinen Arbeitsplatz verlieren kann, als einem lieb ist.

Wenn man nun eine verkaufbare Lebensversicherung hat, kann man Seine in Portalen wie LifeJack anbieten. Geht theoretisch ganz einfach. Alle wichtigen und benötigten Angaben gibt man ein und veröffentlicht diese. Die Ähnlichkeit zu eBay ist vorteilhaft. Sicher, hier geht es nicht um Kleinigkeiten, sondern um viel Geld. Dies sollte man beachten, wenn man auf LifeJack oder ähnlichen Portalen handelt. Nach einiger Zeit werden Gebote von potenziellen Käufern getätigt.

Wenn man als Käufer auftritt, dann gibt man seine Bedingungen, welche Versicherer, Renditen, Laufzeiten, etc. ein. Danach stellt das System eine Auswahl von angebotenen Policen, mit den eingestellten Bedingungen, dar und als potenzieller Käufer kann Gebote abgeben.

Wie bei eBay gibt es auch die Möglichkeiten wie “Sofortkauf”. Auch nach nicht steuerpflichtigen Policen lässt es suchen. Aber Achtung, wie weit die Steuer-Änderungen, die zum 01.01.2009 in Kraft treten, auf den Markt von Lebensversicherungen auswirken, kann ich nicht abschätzen.

Zusammengefasst: Das Portal LifeJack ist erst am Anfang seiner Entwicklung. Die Zielgruppe ist die ältere Generation im Netz, die auch Besitzer von Lebensversicherungen sind oder das nötige Kleingeld zum Kauf von Policen besitzen. Anderseits könnten sich viele Versicherungsverkäufer auf diesem Portal tummeln, die aufs “Schnelle Geld” aus sind.

Das Konzept von LifeJack ist gut durchdacht, Grafik und Design ist wie immer Geschmackssache und die Akzeptanz von Usern muss sich noch entwickeln.



Bundeskartellamt und der Kaffee

04.07.2008Wirtschaft

Das Bundeskartellamtes ist wieder in Aktion. Diesmal schaut es bei den Kaffeeröster vorbei, weil es den Verdacht auf Preisabsprachen gibt. Angeblich sollen einige bekannte Röster und Unternehmen die Preise künstlich hoch gehalten und somit den Wettbewerb im Markt behindert haben.

Als Verbraucher habe ich nicht den direkten Verdacht von zu hohen Preisen für ein Pfund Kaffee. In letzter Zeit bezahle ich keine drei Euro mehr für die Packung. Vor 10 Jahren, kostete der Kaffee noch doppelt so viel. Sicher, der positive Dollarkurs macht den Kaffee günstiger, aber so ganz kann ich die Preisentwicklung der letzen Jahren nicht nachvollziehen.

Abgesehen davon, gehe ich nicht davon aus, dass das Bundeskartellamt ohne einen Grund eine Aktion startet und kurz einige Kaffeeröster besucht. Dafür sind die Beamten viel zu professionell.

Nichtsdestotrotz würde ich als Bundeskartellamt bei einigen Energiekonzerne öfters auf der “Matte” stehen 😉



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